Die kosmische Runde

Über die Münchner Kosmische Runde, deren Stellung in der deutschen und europäischen Geistesgeschichte sowie über ihr Verhältnis zu Stefan George und seinem Kreis habe ich mehrere Bücher und Aufsätze veröffentlicht, insbesondere meine Dissertation "Kosmik - Prozeßontologie und temporale Poetik bei Ludwig Klages und Alfred Schuler: Zur Philosophie und Dichtung der Schwabinger Kosmischen Runde", meine Neuedition der Schriften Alfred Schulers (siehe unter Editionen) und einen Sammelband über Schuler.

Kosmik - Prozeßontologie und temporale poetik bei ludwig klages und alfred schuler

Baal Müller untersucht in seiner Tübinger Dissertation erstmals akribisch die philosophischen und poetologischen Beziehungen zwischen Ludwig Klages und Alfred Schuler. Klages wird als herausragender Theoretiker der Zeiterfahrung sowie der Selbstexpression alles Lebendigen dargestellt, und Schuler erscheint mit seinen radikalen Sprachexperimenten als Wegbereiter der literarischen Moderne.

(aus dem Klappentext)

 

Arnshaugk-Verlag (vormals Telesma), 416 S., Hardcover, 978-3981005738

Rezensionen:

Ludwig Klages und Alfred Schuler gelten bislang als Randgestalten der deutschen Geistesgeschichte; von ihren Zeitgenossen oft bewundert und verehrt, erscheinen sie in der Gegenwart eher als abseitige Figuren. Es ist daher besonders verdienstvoll, daß Baal Müller beide Autoren - Klages als Philosophen und Schuler in erster Linie als Dichter - ernstnimmt und sich vorurteilsfrei mit ihnen beschäftigt. Obwohl er damit gegen die herrschende Auffassung in der Geisteswissenschaft opponiert (sofern sich diese überhaupt die Mühe macht, die Werke der beiden - darunter Klages' 1500-seitiges Hauptwerk "Der Geist als Widersacher der Seele" - zu lesen), ist sein Buch sowohl von der in der älteren Klages-Forschung überwiegenden Hagiographie als auch von esoterischer Geheimnistümelei völlig frei.
Klages' komplexe Theorie, vor allem seine lebensphilosophischen Untersuchungen zu Raum und Zeit, die bislang kaum so zusammenhängend und einleuchtend dargestellt wurden, werden vor dem Hintergrund "klassischer" Positionen von Platon, Aristoteles, Augustinus, Kant, Nietzsche, Bergson und moderner analytischer Philosophen diskutiert, und Schulers den Surrealismus teilweise vorwegnehmenden Dichtungen werden im Kontext des literarischen Aufbruchs um 1900 eingehend gewürdigt.
Darüberhinaus besteht die Innovation dieser vorzüglichen Doktorarbeit darin, erstmals das Verhältnis beider Autoren im Detail beschrieben und dabei gezeigt zu haben, wie sie sich, von nahe verwandten Voraussetzungen ausgehend, doch in ganz verschiedene Richtungen entwickelten.
Sowohl für Germanisten, die sich für Klages und Schuler, die Kosmische Runde und den George-Kreis interessieren, als auch für Philosophen, die sich mit Ontologie und Zeittheorie befassen, ist dieses Buch unverzichtbar.

(Amazon-Kundenrezension)

Alfred schuler: der letzte römer

Neue Beiträge zur Münchner Kosmik, hrsg. von Baal Müller

 

Alfred Schuler wird von jungen Germanisten, Historikern und Philosophen wiederentdeckt. Sechs Beiträge beschreiben Schulers Dichtung und Welterfahrung zwischen Archaik und Avantgarde, Positivismus und Esoterik, Naturalismus und Expressionismus.

 

Castrum Peregrini Presse: Amsterdem 2000, 136 S., Klappenbroschur, 978-9060341070

 

Das Buch ist vergriffen und nur noch antiquarisch (z.B. über das ZVAB) erhältlich. Restbestände werden vom Wallstein-Verlag vertrieben, der heute eine Reihe "Castrum Peregrini" herausgibt.

 

 

Rezensionen:

Rezension bei literaturkritik.de.

 

Feature im Deutschlandradio: Der verspätete Römer. Alfred Schuler und die Münchner Boheme um 1900.